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Warum Waldwochen? Was steckt dahinter?

 

Beim Thema Wald kommen die unterschiedlichsten Gefühle auf.

Da reicht die Spannbreite von einer innigen Liebe zum Wald mit all seinen Pflanzen und Tieren über ferne Erinnerungen an sonntägliche Spaziergänge mit den Eltern bis zur völligen Gleichgültigkeit.

Einem flüchtigen Beobachter – Erwachsener oder Kind – bleibt vieles verborgen, was die Schönheit und Einmaligkeit des Lebensraumes „Wald“ ausmacht und erschließt sich erst, wenn die Natur bewusst, aktiv und mit allen Sinnen erlebt wird.

 

Einige denken an ein artenreiches, komplex aufgebautes Biotop, an einen Wohlfühlort.

Für manchen ist der Begriff „Wald“ mit Ängsten verbunden. Angst vor den dort lebenden Tieren, vor Zecken oder Fuchsbandwurm. Wald gilt als unheimlich und dunkel. Wer weiß, was einem dort alles zustoßen kann.

 

Das Wissen oder die Gefühle der Menschen lassen sich nicht pauschalisieren. Jeder Mensch hatte in seinem bisherigen Leben ganz persönliche Erlebnisse mit der Natur.

 

Der Wald ist vielen Menschen fremd geworden, sie haben keine Beziehung mehr zu diesem unersetzlichen Teil unseres Ökosystems.

Das sensible Verhältnis zur Natur ist eine Voraussetzung, um unsere, Umweltkatastrophen heraufbeschwörende Lebensweise zu ändern und der Natur den ihr gebührenden Platz und Respekt zuzugestehen.

Was man als Kind lieben und schätzen lernte, wird man als Erwachsener eher schützen und zu bewahren versuchen.

 

Zitate aus dem Orientierungsplan:

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    „Sinnliche Erfahrungen sind die Basis des Lernens in der frühen Kindheit und dienen der Aneignung der Welt.“

     

    Eine Abbildung eines Moospolsters zu sehen ist etwas ganz anderes, als es gleichzeitig zu fühlen, zu riechen und darauf zu stehen.

     

  • „Wahrnehmung ist aber mehr als reine Sinnesleistung. Ihre Qualität liegt in der Vernetzung und Verarbeitung der einzelnen Bereich zu einem ganzheitlichen Sinneseindruck.

    Erst wenn diese Bereiche miteinander in Beziehung gesetzt und mit Denken und Bewegen verknüpft werden können, dann kann das Kind auch komplexere Fähigkeiten erwerben wie Sprache, Lesen, Schreiben und Rechnen.“

  • „Daher muss jedem Kind die Möglichkeit gegeben werden, ganzheitliche, vielseitige und individuelle Wahrnehmungserfahrungen zu machen.

     

    Was hat ein Kind von einem Waldprojekt?

     

    Ein Aufenthalt im Wald ermöglicht aus pädagogischer Sicht für die gesamte kindliche Entwicklung förderliche Erfahrungen, die in vergleichbarer Form und Vielfalt kaum in einem anderen Umfeld gemacht werden können.

     

    Im Wald kann eine Ruhe erfahren werden, wie sie Kinder in ihrem Alltag häufig kaum noch erleben. In dieser Atmosphäre bemerken sie Dinge, die ihnen vorher nicht bewusst waren.

    Ein durch das Laub krabbelnder Käfer oder das Rauschen der Blätter im Wind.

     

    Durch den Freiraum im Wald entwickeln sich seltener Konflikte und Aggressionen. Es gibt weniger Streit. Ein Kind mit größerem Ruhebedürfnis kann sich zurückziehen, während ein Anderes gleichzeitig seinen Wunsch nach Bewegung ausleben kann.

     

    Freiraum zu besitzen und die Möglichkeit, diesen nach eigenen Interessen zu nutzen ist für manche Kinder eine neue und wichtige Erfahrung.